In vielen Unternehmen wird ein Sicherheitsbeauftragter benannt, weil es die Vorschrift verlangt – und damit gilt das Thema für die meisten Beteiligten als erledigt. Dabei bleibt genau an dieser Stelle oft ein erhebliches Potenzial ungenutzt.
Was ein Sicherheitsbeauftragter ist – und was nicht
Ein Sicherheitsbeauftragter ist keine Führungskraft und auch nicht mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit zu verwechseln. Es handelt sich um eine Kollegin oder einen Kollegen aus dem Team, die oder der zwischen Belegschaft, Führung und Fachkraft vermittelt – meist zusätzlich zur eigentlichen Tätigkeit und ohne gesonderte Vergütung. Genau diese Nähe zum Tagesgeschäft macht die Rolle wertvoll: Wer selbst an der Maschine steht oder im Lager unterwegs ist, bemerkt unsichere Situationen oft früher als jede Begehung von außen.
Warum das Potenzial so selten ausgeschöpft wird
In der Praxis begegnet uns immer wieder dasselbe Muster: Die Auswahl erfolgt nach dem Prinzip „Wer hat gerade Kapazität?“ statt nach Eignung und Akzeptanz im Team. Führungskräfte kennen die tatsächlichen Möglichkeiten der Rolle häufig nur oberflächlich. Die Folge: Kolleginnen und Kollegen wenden sich selten aktiv an ihren Sicherheitsbeauftragten, und kritische Situationen erreichen ihn oft zu spät oder gar nicht.
Was wirksame Sicherheitsbeauftragte ausmacht
Aus unserer Erfahrung bei MH-Consulting braucht es dafür vier Bausteine:
- Klare Erwartungen: Führung und Sicherheitsbeauftragte müssen ein gemeinsames Verständnis der Rolle entwickeln – nicht nur formal, sondern konkret im Betriebsalltag.
- Auswahl nach Eignung statt Verfügbarkeit: Fachliche und soziale Akzeptanz im Team wiegen mehr als freie Kapazität.
- Zeit als Ressource: Ohne eingeplantes Zeitbudget bleibt die Rolle ein Nebenschauplatz.
- Sichtbare Wertschätzung: Von der Bestellung bis zum Alltag – Anerkennung entscheidet mit darüber, ob die Rolle ernst genommen wird.
Wie wir das bei Kunden umsetzen
In Projekten bei MH-Consulting beginnen wir deshalb nicht mit der Frage, ob ein Sicherheitsbeauftragter formal existiert, sondern damit, wie er im Alltag eingebunden ist. Gemeinsam mit der Führungsebene klären wir Erwartungen, definieren ein Anforderungsprofil und binden die Sicherheitsbeauftragten in feste Routinen ein – etwa in Begehungen oder in die Nachbereitung von Beinaheunfällen. So wird aus einer formalen Position ein echter Baustein der Sicherheitskultur.
Für ein unverbindliches Infogespräch erreichen Sie uns unter mail@conmh.de.
Autor:
Mario Holz
Founder & Principal Consultant, MH-Consulting





